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Quereinsteiger - Pro und Contra

Arbeitssuchenden, die heute per Stellenanzeige auf Jobsuche gehen, wird schnell bewusst, wie hoch spezialisiert die Anforderungen vieler Berufe geworden sind. Wessen Lebenslauf nicht zu 100% auf die geforderten Qualifikationen, Abschlüsse und Berufserfahrungen passt, der schickt die Bewerbung meistens gar nicht erst ab, oder, ist er oder sie mutig und bekundet dennoch Interesse, wird häufig abgelehnt.



Quereinsteiger – was bedeutet das eigentlich?

Das ist bedauerlich, denn sogenannte branchenfremde Mitarbeiter sind meistens besser als ihr Ruf. Oft auch als Quereinsteiger bezeichnet, versteht man allgemein darunter jemanden, der in einem Beruf Fuss gefasst hat, für den er nicht den konventionellen Einstieg über Ausbildung und/oder Studium genommen hat.

Traditionell waren es die Geisteswissenschaftler, die sich nach einem abgeschlossenen Studium häufig nicht mit der brotlosen Kunst abfinden wollten und stattdessen einen Seiteneinstieg in die Wirtschaft wagten. Heute versuchen dies auch andere Berufsgruppen, vom Handwerker bis zum kaufmännischen Angestellten.

Hoch motiviert und ­ anders

Gründe für den Wunsch nach einem Quereinstieg gibt es viele: Neben einer allgemein schlechten Arbeitsmarktlage spielen häufig auch gesundheitliche Gründe oder familiäre Veränderungen eine Rolle. Manche Quereinsteiger wechseln allerdings auch aus Leidenschaft die Branche, nämlich um sich selbst zu verwirklichen, ihre Talente besser zu nutzen oder sogar um ein Hobby endlich zum Beruf zu machen. Wer mit diesem Hintergrund als Triebfeder den Seiteneinstieg schafft, der ist häufig ganz besonders motiviert. Ein klarer Vorteil für den Arbeitgeber! Denn wer eine echte emotionale Bindung an ein Berufsfeld hat, in dem er seine persönlichen Talente einsetzen kann, zeigt eine höhere Leistungsbereitschaft.

Darüber hinaus bietet ein Quereinsteiger aufgrund seines branchenfremden Werdeganges andere Perspektiven, Denkweisen und Erfahrungswerte. Auf diese Weise kann der Quereinsteiger mitunter Dinge besser hinterfragen und gleichzeitig zu neuen Lösungswegen beitragen, die so manchem Fachmann gar nicht in den Sinn gekommen wären. “Thinking outside the box” eben, wie es so schön auf Englisch heisst.

Finanzielle Risiken auf beiden Seiten

Während den Quereinsteiger also viele zusätzliche, aber nicht unbedingt notwendige Fähigkeiten auszeichnen, fehlen ihm auf der anderen Seite oft fachliche Kompetenzen. Diese Kompetenzen sind in manchen Berufsfeldern besonders kritisch, sodass sich nicht alle Branchen zum Seiteneinstieg eignen. Arzt oder Jurist z.B. darf sich nur nennen, wer die dazu erforderlichen Abschlüsse und Qualifikationen aufweisen kann.

In der freien Wirtschaft verursachen Quereinsteiger einem neuen Arbeitgeber manchmal zuerst finanzielle Einbussen, denn ihre Einarbeitung dauert unter Umständen länger. Der Seiteneinstieg kann sich allerdings auch für den Arbeitnehmer als finanziell nachteilig herausstellen. Wird die neue Stelle z.B. nach Ausbildung und nicht nach Fähigkeiten bezahlt, ist es durchaus möglich, dass der Seiteneinsteiger wie ein unqualifizierter Hilfsarbeiter verdient, da seine frühere Ausbildung für die Quereinstiegsstelle irrelevant ist. Es ist daher für Quereinsteiger besonders wichtig, sich schon mit der ersten Bewerbung gut verkaufen zu können und den Personalzuständigen zu demonstrieren, warum die Neuorientierung eine logische Konsequenz des bisherigen Werdeganges ist.

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